Kompressor ( Compressor - Dynamikkompressor )

Sidechain

Die Regelelektronik des Kompressors kann auf verschiedene Weise beeinflusst werden.

“Low-Contour”  oder  “Intern Sidechain”

Aktiviere diesen Schalter, falls vorhanden. Dann achtet die Regelelektronik nicht so sehr auf Bässe.

Das Signal (Sänger, Toms, Snare,...) bleibt im Klang unbeeinflusst, aber die Regelung (Sidechain) hört die Bässe nicht so gut und reagiert nun allgemein besser auf die mittlere Tonlage.

Sehr nützlich. Es pumpt nicht so, wenn die Bässe laut sind.
In den meisten Signalen ist der Bassanteil ja sowieso am lautesten.

Außerdem hört die Regelung in einem Mikrofonkanal nun Nebengeräusche nicht so gut.
Mikrofone können seitlich die Bässe (Störungen von Lärm auf der Bühne) meistens nicht so gut dämpfen.

 

“Extern Sidechain” Oder Sidechain Insert

Da kannst du einen Equalizer an der Rückseite eines Kompressors anschliessen.
Damit kannst du festlegen, worauf der Kompressor reagieren soll.

Siehe oben bei “Low-Contour”

Der Sound am Output wird nicht beeinflusst, sondern nur die Regelelektronik.

Beispiel:
Schließe den Kompressor wie gewöhnt mit einem Insertkabel am Mischpult an.
Schließe einen aktiven Equalizer mit einem zweiten Insertkabel an dem Kompressor (Sidechain) an (In und out sind hier genau vertauscht).
Am Equalizer nimmst du die Bässe weg, dann reagiert der Kompressor nur noch auf Mitten und Höhen. Sänger, Toms und Snare (...) werden angenehmer komprimiert UND besser gegatet.
Unangenehm ist bei dieser Methode der teure Equalizer, der auch noch viel Platz wegnimmt.

Wenn der Kompressor zusätzlich ein Gate oder Expander hat, dann filtern die Spezialisten ganz genau auf den typischen Sound, der durch dieses Gate laufen soll.
Zum Beispiel bei Toms. So öffnen sich die benachbarten Toms nicht unerwünscht gegenseitig ihre Gates. Meistens genügt hier aber eine einfache Bassfalle, wie der unten beschriebene Stecker.

 


Stecker für Sidechain Insert am Kompressor,  mit eingebautem Filter.
Weniger Bass in der Regelelektronik.

Ersetzt den Schalter Low-Contour oder Sidechain-Intern.

Zu Kaufen bei Beschallungs-Tipps.de. Ab 12 Euro.    Abbildung ähnlich.
 

Insertstecker als passiver FilterWie gesagt:  der Klang des Audiosignals selbst wird durch den Stecker nicht beeinflusst, sondern nur die Charakteristik der Regelung.

Es sind nur passive Bauteile in dem Steckergehäuse eingebaut. Eine Stromversorgung entfällt somit.

Mit diesem Filter im Stecker werden folgende Verbesserungen erzielt:

  • Die Regelung des Kompressor hört weniger auf die Bässe. Dadurch ergibt sich ein wesentlich geringeres Pumpen im Bassrhytmus bei  einfachen Kompressoren/Limitern im Gesamtmix oder in Groups oder einzelnen Kanälen.
     
  • Gesangssolisten werden viel weicher komprimiert, weil der große Bassanteil in der Stimme nicht mehr so sehr das Ausschlaggebende ist.
     
  • Expander/Gate reagieren besser. Dadurch saubere Kanäle und weniger Rückkopplungen.
     
  • Störgeräusche im Bassbereich beeinflussen den Kompressor weniger. Diese Störgeräusche fallen hauptsächlich im Bassbereich über die Mikrofone her.
     
  • Gate und Expander (in kombinierten Kompressor/Expander-Geräten) machen viel zuverlässiger dicht, auch bei lauter Umgebung.
     
  • Schlagzeugsignale (z. B. Tom) können zuverlässiger und schneller gegatet werden. Meistens schwingen die Felle im Bassbereich länger nach als in den Mitten.
     
  • Gitarren: beim Spiel im Bassbereich wird schwächer komprimiert, beim Spiel in den Mitten und Höhen wird das Signal stärker komprimiert. Es wird dadurch angenehmer zuzuhören - sofern man Gitarre komprimieren möchte, um einen Sustain-Effekt zu erhalten, oder um Lautstärkeschwankungen auszugleichen ...
     
  • Beispiel Sopran: auch wenn du am Mikrofonkanal den nicht benutzen Bassbereich schon stark gedämpft hast - der Kompressor bekommt das oft nicht mit. An vielen Mischpulten liegt nämlich die Klangregelung entsprechend HINTER dem Insert. Somit wäre das Sopransignal zwar schön sauber (auch bei lauter Umgebung), aber der Kompressor und das Gate bekommen den ganzen Bass-Müll mit und reagieren darauf.
    Der Trittschallfilter, den jedes Mischpult haben sollte (zB 80 Hz) hilft da schon etwas, aber nicht viel. Und: die Klangregelung ist eigentlich sowieso recht wenig geeignet, um das Gate und den Kompressor zu entlasten. Also doch lieber den Stecker kaufen!
     

Empfohlen für dbx 166XL, 166XS, 266XL, 266XS,  Alesis 3630, Presonus ACP88 und alle andren, wo eine Side-Chain Insert-Buchse als TRS (Klinke) vorhanden ist, mit TiP=Return und Ring=Send.
 

Universale Anwendung, starke Dämpfung
Dämpfung von 22 dB (8 % bleiben übrig)   bei  20 Hz.
Dämpfung von   9 dB (35 % bleiben übrig) bei 130 Hz.
Dämpfung von   3 dB (70 % bleiben übrig) bei 360 Hz.

Vergoldete Ausführung. Die Filterelemente sind IM STECKER verbaut.
Die Stecker haben eine Beschriftung.
Die tatsächliche Grenzfrequenz und die Dämpfung können leicht variieren, je nach Kompressor-Modell und Bauteiletoleranz.

Bei Kompressoren der Firma dbx sind die Werte immer etwas kleiner als hier angegeben, wegen hoher Impedanz.

Sie können die beiden Filtertypen gerne bei Ihrer Bestellung mixen.

Bis 4 Stück je 12,50 Euro plus Pauschale Bearbeitung/Versand 5 Euro.
Bis 8 Stück je 11,00 Euro plus Pauschale Bearbeitung/Versand 5 Euro.

Vorauskasse: Lieferzeit in der Regel 2-4 Werktage nach Eingang der Bezahlung.

Nachnahme: Gegen Aufpreis von 8,50 € pro Bestellung, nur ab Mindestbestellmenge 4 Stück.
Zusätzlich muss der Kunde mit einer Nachnahmegebühr (DHL)  rechnen. Über die aktuelle Höhe dieser Zahlung informieren Sie sich bitte bei DHL.
Lieferzeit in der Regel 2-5 Werktage nach Eingang der Bestellung.

Geben Sie bitte folgende Daten bei Ihrer Bestellung an:
Ihr Name und ihre Adresse.
Anzahl der Stecker.
Gewünschte Zahlungsart (Vorauskasse oder Nachnahme)

Rechnung / Quittung mit Steuernummer sind selbstverständlich dabei.

Bestellung und Infos, z.B. aktueller Lagerbestand: boss (at) beschallungs-tipps.de

Zum Verständnis:
unter Vorbehalt kann man diesen Stecker zweckentfremdet in die Insert-Buchse neben dem Mikrofon-Eingang am Mischpult stecken, dann werden die Bässe leiser. Dies entspricht der Funktion Trittschallfilter, jedoch mit höherer Frequenz. Bei einem entsprechenden Anwendungsfall könnte man das tatsächlich in dieser Form nutzen. Zwar ist die Belegung von Inserts am Mischpult und an Kompressoren genau entgegengesetzt, aber es funktioniert.

Hauptzweck bleibt aber die Verwendung als Insert-Effekt im Side-Chain eines Kompressors oder Kompressor/Gate.

Die Story dazu: ich habe diese selbstgebauten Stecker in meinem zweitägigen Workshop vorgeführt. Die Teilnehmer waren begeistert und fragten: “Wo gibt’s das zu kaufen?” Das gab es leider nirgends, soweit ich weiß. Dabei ist die Idee genial und einfach.
 

Ducking mittels Sidechain am Kompressor

So kann man zum Beispiel die gesamte Beschallung automatisch leiser werden lassen, wenn ein Sprecher eine Ansage macht.

Wenn du mit einem normalen Klinkenkabel ein fremdes Signal in die Sidechain Insert-Buchse gibst, dann reagiert der Kompressor nur noch auf dieses vorrangige Signal.
Man braucht dazu einen geeigneten Abgriff des vorrangigen Signals, das ja eigentlich auf andrem Weg läuft.

Oder die Bassgitarre wird leise gemacht, wenn die Basedrum spielt. Manche wollen damit das berüchtigte Aufschaukeln im Bass verhindern.
Nach meiner Einschätzung ist das OK, wenn man es sehr zurückhaltend einsetzt.
Besser wäre es, in so einem Fall die Basedrum zu gaten und eventuell auf die Bassgitarre und/oder Basedrum einen sehr langsamen Kompressor zu setzen.
Noch besser, man bekommt die Raumakustik im Bassbereich in den Griff. Siehe dazu eigenes Thema (Menü).

Beachte: bei manchen Kompressoren ist es eine Sidechain Input-Buchse anstatt Insert.