Messung mit dem Mehrspur Rekorder  TASCAM-US-1641
 

Das US-1641 ist quasi eine Soundkarte für den PC, via USB 2.0 zu betreiben.

Das Gerät ist schon einige Jahre auf dem Markt und inzwischen sehr preisgünstig.
Man bekommt ausreichend Informationen zu allen Details ausser “Rauschen”. Im Handbuch findet man ein paar Daten, die aber für den üblichen Anwendungsfall nicht unbedingt aussagekräftig sind.

Obwohl nun sogar schon der Nachfolger erhältlich ist, soll es hier ein paar Messwerte geben.
 

Messung des Grundrauschens am Mikrofoneingang

In die Mikrofonbuchse kommt ein XLR-Stecker mit einem Kohleschichtwiderstand 200 Ohm an Pin 2-3.
Das simuliert ein absolut stilles Mikrofon. Ohne diesen Widerstand wäre die Messung nicht vergleichbar.
Gemessen wird somit auf einfache Weise das Eigenrauschen des Mikrofonvorverstärkers plus AD-Wandler.
Die Samplerate betrug 44,1 kHz.
Es wird in Cubase aufgenommen und anschliessend die WAV-Datei des Kanals zur Messung herangezogen.

  • GAIN (Verstärkung) auf “15 Uhr”, passend für Kondensatormikrofone
    zur Sprachaufnahme mit sehr nahem Abstand (5 cm):
    Die Messung ergibt ein Grundrauschen von -85 dBFS.
     
  • GAIN (Verstärkung) auf “12 Uhr”:
    Die Messung ergibt ein Grundrauschen von -90 dBFS.
     
  • GAIN (Verstärkung) auf “9 Uhr”:
    Die Messung ergibt ein Grundrauschen von -90 dBFS.

Die Messwerte sind identisch bei beiden Quantisierungen von 16 und 24 Bit !!!!!
Somit ergibt sich die Vermutung, dass der AD-Wandler nicht besser als -90 dBFS schafft. Die Quantisierung mit 24 Bit ist dann wohl in nicht in jedem Fall sinnvoll.

Immerhin:  stellt man bei der Aufnahme eine Vollaussteuerung (häufige Spitzen) von -12 dBFS (25%) ein, so ergibt sich ein Signal-Rausch-Verhältnis um 75 dB, je nach Verstärkung. Das ist sehr gut, wenn man bedenkt dass die Signalquellen häufig viel schlechtere Werte liefern. Auch beim Mixen vieler einzelner Kanäle, hier summiert sich auch das Rauschen, ist noch ein ganz passables Ergebnis zu bekommen.
 

Mit CUBASE:

Das mitgelieferte CUBASE kann alle Kanäle gleichzeitig (einzeln) aufnehmen.

ANSCHLIESSEND werden die Kanäle in Cubase zu einem Endprodukt (z.B. Stereo-WAV) abgemischt. Dabei kann man wie üblich auf Plugins zugreifen, die für Klangdesign, Effekte und Dynamik zuständig sind.
Als Live-Mischpult dient das mitgelieferte CUBASE nicht, soweit ich das feststellen konnte.
 

Mit KRYSTAL:

Mit der kostenlosen Software KRYSTAL kann der US-1641 (alle Kanäle) als einfacher Live-Mixer betrieben werden. Dabei empfiehlt es sich, eine hohe “Latency” einzustellen, um Aussetzter zu vermeiden.
Einige zusätzliche Plugins können installiert werden. Einige werden von KRYSTAL nicht akzeptiert.

Eine Empfehlung für das US-1641 als Live-Mixer kann ich nicht geben.

Latency ist die zeitliche Verzögerung, die das Signal braucht, um durch alle Komponenten zu laufen. Es kann störend sein, wenn man dieses verzögerte Signal live als Musiker abhört.
Man kann für die Bühne zwar den internen Mix des US-1641 benutzen, ohne Verzögerung, aber dort sind die Kanäle absolut unbearbeitet zusammengemixt, und das ist nicht zu empfehlen.

Aus rechtlichen Gründen:

Die Messung bezieht sich auf das mir vorliegende Gerät und ist nicht repräsentativ.
Irrtum vorbehalten.